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Thematisch und strategisch begleiten

Interview: tm 22.06.2026

Simon Gisler im Gespräch über die Arbeit des Kirchgemeindeverbands und die Herausforderungen in der neuen Amtsperiode.

Simon, du bist Kirchenratspräsident des Kirchenrats Geuensee und Mitglied im Vorstand des Kirchgemeindeverbands Region Sursee. Kannst du uns kurz erläutern, wie sich der Vorstand des Kirchgemeindeverbands zusammensetzt?

Aus allen Kirchengemeinden sind je zwei Vertreter dabei – in der Regel die Präsidentin oder der Präsident der Kirchengemeinde plus ein weiteres Ratsmitglied. In Geuensee ist das zum Beispiel Daniela Duss als Kirchenpflegerin. Zustätzlich hat auch die Pastoralraumleitung Einsitz im Vorstand.

Ihr startet im Juni in eine neue Amtsperiode. Wie führt ihr neue Mitglieder ins Amt ein?

Ein strukturiertes Einführungsprogramm gibt es nicht. Die Neuen werden durch ihre Vorgängerinnen oder Vorgänger kurz eingeführt und kommen dann an die Sitzungen. Ein grosser Teil der Kontinuität entsteht dadurch, dass nicht alle auf einmal neu sind. Das Einarbeiten geschieht eher organisch – durch Miterleben und Mitdiskutieren.

Was sind die zentralen Aufgaben des Verbands?

Im Kern geht es um Fragen, die das Funktionieren als Pastoralraum betreffen. Dabei dreht es sich zu einem grossen Teil um die Finanzen und das Personal. Ebenso regeln wir im Verband wie wir als einzelne Kirchgemeinden zusammenarbeiten. 

Was bedeutet Finanzverantwortung konkret?

Unser Auftrag ist es sicherzustellen, dass die Steuergelder unserer Kirchgemeindemitgliedersinnvoll eingesetzt wird. Konkret: Der Vorstand genehmigt ein Globalbudget, über das der Pastoralraum in den einzelnen Budgetpositionen verfügen kann. Wie viele Stellen und welche Projekte finanziert werden, legen wir gemeinsam rund zwei Jahre im Voraus fest.

Im Verband arbeitet ihr mit Ressorts. Wie funktioniert das?

Vor gut einem Jahr haben wir die Ressortstruktur verfeinert. Heute gibt es unter anderem dieRessorts für Kommunikation, Soziales, IT oder Jugend. Die Idee dahinter ist, dass Anliegen aus dem Pastoralraum im Vorstand eine klare Ansprechperson haben. Das ist keine operative Funktion – es geht darum, Themen strategisch zu begleiten und dafür zu sorgen, dass sie im Vorstand verstanden und mitgetragen werden. Mit der neuen Organisationsstruktur im Pastoralraum werden wir diese Ressorts wohl nochmals überdenken.

Die Kirchensteuereinnahmen werden langfristig zurückgehen. Wie bereitet ihr euch darauf vor?

Wir sind gut unterwegs, was mich beruhigt. Eine Arbeitsgruppe hat die Finanzen grundlegend analysiert. Kurzfristig und bis auf mittlere Sicht stehen wir im grünen Bereich. Aber wir nutzen diese Zeit, um Mechanismen zu entwickeln: Wie reagieren wir, wenn die Mittel knapper werden? Welche Entscheidungsprozesse brauchen wir dann? Das Ziel ist, dass wir nicht aus der Not heraus handeln müssen.

Finanzfragen führen manchmal zu Spannungen. Wie geht ihr damit um?

Das ist so und das ist auch normal. Um Geld wird in Familien gestritten, in Unternehmen – warum sollte das in der Kirche anders sein? Ich finde, man darf Konflikte nicht schönreden, aber man sollte sie auch nicht dramatisieren. Wichtiger ist, dass wir bereit sind, unterschiedliche Meinungen auszuhalten, sie offen auszutragen und am Ende gemeinsam weiterzugehen. 

Welche Themen stehen in der kommenden Legislaturperiode an?

Ein grosses Thema ist die Organisationsentwicklung im Pastoralraum, die wir begleiten. Das fordert uns heraus, uns als Verband so aufzustellen, dass wir die Pastoralraum-Leitung optimal unterstützen können. Ich finde das eine spannende Aufgabe – wir müssen keine verstaubte Struktur am Leben erhalten, sondern können uns weiterentwickeln. Daneben bleibt die langfristige finanzielle Ausrichtung ein zentrales Thema.

Wie können sich Kirchgemeindemitglieder einbringen?

Ganz einfach: ansprechen, und zum Beispiel bei einem Apéro ins Gespräch kommen. Wir freuen uns über Rückmeldungen – was nicht gefällt, aber noch lieber, was gut ankommt. Wer lieber schreibt, kann uns auch per Mail erreichen.

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