So wie immer – oder auch anders
Rebekka Dahinden 18.07.2026
Routinen entlasten. Doch wie hilfreich sind feste Muster, wenn alles um uns herum im Wandel ist?
Gehören Sie zu den Menschen, die jeden Morgen dasselbe frühstücken, auf dem Weg zur Arbeit denselben Podcast hören und im Lebensmittelgeschäft immer zu denselben Produkten greifen? Oder sind Sie eher jemand, der jede Saison eine neue Sportart ausprobiert, selten zweimal denselben Ferienort besucht und das Wegziel immer wieder über neue Routen erreicht?
Damit der Kopf frei bleibt
Manche Menschen lieben die Sicherheit fester Routinen, andere suchen gezielt Abwechslung. Was als erwiesen gilt: Ähnlich einem Energiesparmodus entlasten Routinen das Gehirn und ermöglichen es, viele Abläufe automatisch zu erledigen. Experten schätzen, dass rund ein Drittel bis die Hälfte aller täglichen Handlungen auf solchen wiederkehrenden Mustern beruht. Sie geben Halt, verhindern, dass man sich überfordert fühlt, und schaffen Raum für Entscheidungen, die wirklich Aufmerksamkeit verlangen.
Kommt Ungewissheit ins Spiel, ist es wichtig, sich für Neues zu öffnen und die eigene Handlungsweise anzupassen.
Geistige Flexibilität ist gefragt
Doch wie sinnvoll sind gewohnte Muster in einer Welt, die sich ständig verändert? Wenn Stabilität herrscht und alles reibungslos läuft, ist es oft die beste Wahl, auf Bewährtes zu setzen. Kommt Ungewissheit ins Spiel, ist es wichtig, sich für Neues zu öffnen und die eigene Handlungsweise anzupassen. Das sagt die irische Psychologin und Neurowissenschaftlerin Elaine Fox. Sie hat untersucht, weshalb manche Menschen selbst in schwierigen Zeiten zufrieden bleiben. In ihren Studien fand sie heraus, dass ein entscheidender Faktor dafür ihre emotionale und mentale Anpassungsfähigkeit ist. Doch was bedeutet das genau?
Zwischen Sicherheit und Neudenken
Die eigene Zufriedenheit wird wesentlich davon bestimmt, wie man auf Veränderungen reagiert. Persönliche Weiterentwicklung und innere Ausgeglichenheit gelingen laut der Forscherin vor allem dann, wenn man sich von starren Denkmustern löst. Wer bereit ist, sich ungewohnten Situationen zu stellen und neue soziale Rollen auszuprobieren, stärkt seine geistige Flexibilität und bleibt handlungsfähig, wenn es darauf ankommt. Diese mentale Vielfalt eröffnet damit eine breite Palette an Handlungsmöglichkeiten, die in unsicheren Situationen genutzt werden können – und diese besser überstehen lässt.
Vielleicht starten Sie morgen wieder mit dem gewohnten Frühstück, oder Sie wagen einen neuen Weg. Ob Gewohnheit oder Neuanfang: Entscheidend ist somit nicht das Was, sondern das Wann. Gelingt es, zwischen unterschiedlichen Verhaltensweisen zu wechseln und den richtigen Moment für Veränderung zu erkennen, bleibt man auch in unsicheren Zeiten handlungsfähig.
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