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Gemeinsam gestalten

Tanja Metz 05.06.2026

Freiwilligenarbeit bietet Chancen und Möglichkeiten. Davon berichtet der Freiwilligen-Monitor Schweiz und Anneliese Wyss mit ihrem Engagement.

Ein Leben voller Engagement 
«Ich bin seit meinem 20. Lebensjahr in der Freiwilligenarbeit tätig. Angefangen habe ich in der Jugendgruppe Arena, zusammen mit dem Jugendseelsorger Pater Widmer – eine Gruppe, die ich später auch selbst geleitet habe. Danach war ich als Vertretung der Jugend im Pfarreirat, gestaltete die Sonntagsfeiern für Kinder mit und übernahm schliesslich auch deren Leitung. Als Katechetin habe ich zudem vieles freiwillig für und mit den Kindern unternommen.
Mit der Pensionierung war für mich klar, dass ich mich künftig gerne für ältere Menschen engagieren möchte. Heute gestalte ich Gottesdienste im Alterszentrum mit, leite die Geburtstagsgruppe 90plus und bin in der Frauenliturgie, der Chrüzlimeditation, der Sterbebegleitung sowie im Seniorentheater aktiv. Es ist schon viel – aber es macht mir alles grossen Spass und erfüllt mich tief.»

 

Wie ich mein Engagement wähle 
«Nehmen wir zum Beispiel die Sterbebegleitung. Ich habe meine Eltern begleitet und dabei kennengelernt, was es bedeutet, wenn ein Leben zu Ende geht. Das hat mich bewogen, den Kurs in Sterbebegleitung bei der Caritas zu machen. Dort durfte ich erfahren, welche Fülle in einem gelebten Leben steckt und was es bedeutet, einen Menschen bis zum letzten Moment zu begleiten. In einem Gespräch mit der damaligen Seelsorgerin wurde mir dann rasch klar: Da möchte ich mich noch mehr einbringen.
Bei der Geburtstagsgruppe 90plus war es fast ein Notfall. Die Besuche wären eingestellt worden – und das geht doch nicht. Also habe ich mich bereiterklärt, eine Gruppe aufzubauen, habe telefoniert und 13 Personen gefunden. Heute ist daraus eine wunderbare Gemeinschaft geworden, welche die Besuche mit echter Freude macht. Es ist so interessant, was die Menschen erzählen. Das gelebte Leben miteinander zu teilen – das ist ein grosses Glück.»

 

Wie du spürst, dass du etwas für die Gesellschaft tust?
Ich spüre, dass ich etwas geben kann. Es ist wie ein Netz, das auch mich trägt – durch alle Lebenslagen. Jetzt, wo mein Mann eine schwere Operation hatte, habe ich das gespürt: wie viele Menschen das mitgetragen haben, wie viele Kerzen angezündet wurden. Das ist einfach so schön.

 

Kompetenzen, die du in der Freiwilligenarbeit erworben hast
Ich bin viel offener geworden. Ich bin heute bereit, jeden Menschen in seiner Einzigartigkeit wahrzunehmen und offen auf ihn zuzugehen – egal ob es ein Arzt ist oder ein Mensch am Rand der Gesellschaft.

 

Was die Freiwilligenarbeit zurückgibt 
«Ich spüre, dass ich etwas geben kann – aber es ist weit mehr als das. Es ist wie ein Netz, das auch mich trägt, durch alle Lebenslagen. Jetzt, wo mein Mann eine schwere Operation hatte, habe ich das ganz konkret erfahren: wie viele Menschen das mitgetragen haben, wie viele Kerzen angezündet wurden. Das ist einfach so schön.
Ich bin durch die Freiwilligenarbeit auch viel offener geworden. Ich bin heute bereit, jeden Menschen in seiner Einzigartigkeit wahrzunehmen und offen auf ihn zuzugehen – egal ob es ein Arzt ist oder ein Mensch am Rand der Gesellschaft. Für diese Jahre bin ich sehr dankbar, denn durch die vielen Begegnungen sind viele langjährige Freundschaften entstanden. Das ist vielleicht das Grösste, was mir diese Arbeit geschenkt hat.»

Aufgezeichnet von Tanja Metz

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