Freiheit auf zwei Rädern
Tanja Metz 09.05.2026
Für Andy Steiger ist das Motorradfahren mehr als ein Hobby – es ist eine Lebenshaltung. Zwischen Leidenschaft, Gelassenheit und Gottvertrauen erzählt er, was ihn immer wieder in den Sattel treibt.
Mit dem Motorrad unterwegs zu sein, ist für Fans dieser Leidenschaft etwas ganz Besonderes. So auch für Andy Steiger, der bereits als Kind Töffrennen im Fernsehen verfolgte. Auch nach über 20 Jahren auf dem Motorrad lässt er sich von Fragen rund um Bequemlichkeit und Sicherheit nicht beirren. «Inzwischen fahre ich einen Töff, der bequem ist – das gibt es tatsächlich. Und über die Sicherheit könnten wir stundenlang diskutieren. Hundertprozentige Sicherheit gibt es nie. Doch schon als ich den Töffausweis machte, sagte ich mir: Entweder fahre ich vernünftig – oder ich riskiere alles. Ich habe mich fürs Erste entschieden.»
Es geht ums Durchschnaufen
Das Motorrad vermittelt ihm eine Freiheit, die er nirgendwo sonst erlebt. «Wenn ich mich nicht gut fühle oder gestresst bin, setze ich mich auf den Töff und fahre eine Runde. Es geht mir nicht ums Gasgeben, sondern ums Durchschnaufen. Man spürt die Vibrationen, jede Bewegung überträgt sich direkt.» Im Moment des Fahrens erlebt er Mensch und Maschine als unmittelbare Einheit – verbunden mit der Landschaft, frei in der Bewegung, umgeben von nichts als dem, was gerade da ist.
Nicht alles lässt sich kontrollieren
Für alltägliche Erledigungen greift Andy Steiger allerdings lieber zu anderen Mitteln: «Um einen Liter Milch zu kaufen, ist mein Smart deutlich besser geeignet.» Dafür hat ihm das Motorradfahren anderes geschenkt, das weit schwerer wiegt. «Das Töfffahren bereichert das Leben: Man lernt die Schweiz kennen, man lernt Menschen kennen, man lernt sich selbst besser kennen – und die eigenen Grenzen», sagt er mit Begeisterung. Dabei ist ihm bewusst, dass sich im Leben – und ganz besonders auf dem Motorrad – nicht alles kontrollieren lässt, aller Vorsicht zum Trotz. Umso bedeutungsvoller sind für ihn die Töffsegnungen, an denen er gerne teilnimmt. «Das ist für mich ein Ort, an dem ich Kraft schöpfen kann, und ein Ausdruck meines Glaubens an eine höhere Macht», sagt er zum Abschluss.
Wortgottesdienst mit Töffsegnung
Donnerstag, 14. Mai, 10.30 Uhr, Kapelle Mauensee
Bei jeder Witterung.
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