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Das Dreamteam aus der Ranft

Andreas Baumeister 02.06.2026

450-Jahr-Jubiläum der Kapelle St. Nikolaus in Geuensee: Ein Gespräch mit Pirmin Meier über Bruder Klaus und Bruder Ulrich.

Eine Besonderheit dieser Wegkapelle ist die Darstellung der beiden Ranfteremiten, Bruder Klaus und Bruder Ulrich, aus dem frühen 17. Jahrhundert. Andreas Baumeister hat Pirmin Meier, den bekannten Autor und Biografen von Niklaus von Flüe, gefragt, wer dieser Bruder Ulrich war, wie er in den Ranft kam und was ihn mit Bruder Klaus verband.

 

Pirmin Meier, wer war Bruder Ulrich?
Bruder Ulrich war ein Priester aus Memmingen im Allgäu.

Sie schreiben, er war der Kommunikationsbeauftragte von Bruder Klaus.
Ja, Bruder Ulrich kam es zu, Besucher im Ranft zu empfangen und Gespräche mit ihnen zu führen, was der Schweigsame ungern tat. Bruder Klaus hatte einen Widerwillen gegen Interviews!

Bruder Ulrich kam ursprünglich aber nicht aus freien Stücken in den Ranft.
Bruder Ulrich wurde Bruder Klaus von Hermann von Breitenlandenberg, dem damaligen Bischof von Konstanz, gewissermassen als Aufpasser zur Seite gegeben.

Warum war der Bischof der Meinung, Bruder Klaus benötige einen Aufpasser?
Der Bischof von Konstanz und der gesandte Weihbischof, Thomas Weldner, hegten den Verdacht, der streng fastende und vom Bischof nicht bewilligte Eremit halte es mit dem Teufel.

Wie ging der Weihbischof bei seiner Untersuchung vor?
Weihbischof Weldner liess alle Zugänge zum Ranft überwachen, um zu prüfen, ob auf geheimen Wegen Essen in den Ranft geschmuggelt wurde. Zudem zwang er Bruder Klaus, ein Stückchen Brot zu essen, das ihm schwere gesundheitliche Probleme bereitete.

 

Bruder Ulrich wurde Bruder Klaus gewissermassen als Aufpasser zur Seite gegeben.

 

Bruder Ulrich wollte Bruder Klaus später nachahmen und begann ebenfalls, nichts zu essen?
Diesen für Bruder Klaus ärgerlichen Versuch musste Bruder Ulrich bald abbrechen. Stattdessen liess er sich dann von der Familie von Flüe verpflegen.

Bei den Einheimischen war Bruder Ulrich nicht sonderlich beliebt?
Bruder Ulrich blieb bis zu seinem Tod 1491 der Fremde in Obwalden. Und er war nicht beliebt. Der Dekan vom Kloster Einsiedeln, Albrecht von Bonstetten, äusserte sich bei seinem Besuch im Ranft am 31. Dezember 1478 abschätzig über dessen Lateinkenntnisse.

Könnte es sein, dass Bruder Klaus durch Bruder Ulrich an das mystische Gebet «Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir …» gekommen ist?
Dafür kommt Bruder Ulrich allenfalls als «Sekundärquelle» infrage. Das Gedankengut des Gebets stammt aus der Gottesfreunde-Bewegung, der Bruder Ulrich nahestand. Diese ist aber zu Lebzeiten von Bruder Klaus auch in Stans, Engelberg und Luzern nachweisbar.


 

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