Barocksaal im Murihof wieder mietbar
tm 02.09.2026
Nach Sanierung erstrahlt der historische Barocksaal im Murihof Sursee in neuem Glanz. Ab sofort steht er für Sitzungen, Anlässe und zivile Trauungen zur Miete bereit.
Er strahlt wieder in vollem Barockglanz – und steht ab sofort allen offen: Der Barocksaal im Murihof Sursee wurde nach Planungs- und Sanierungsarbeit modernisiert und kann künftig für Sitzungen, feierliche Anlässe und sogar zivile Trauungen gemietet werden. Der Kirchenrat Sursee macht damit den Raum für die Öffentlichkeit zugänglich. «Der Barocksaal ist einer der schönsten in der weiteren Umgebung, der in diesem Stil vorhanden ist. Der Murihof im Ganzen ist eines der bedeutendsten Gebäude in Sursee», meint Reto Bächler, der im Kirchenrat das Ressort Bau verantwortet.
Möglich macht das eine umfassende Auffrischung, die den Saal fit für die Anforderungen von heute macht, ohne dass er seinen historischen Charakter verliert. Wand und Stuck wurde gereinigt und ausgebessert, ein neues Lichtband unter der Decke sorgt für helle, arbeitstaugliche Beleuchtung, und schallschluckende Verkleidungen an den Heizkörpern verbessern die Akustik. Der Boden wurde aufgearbeitet und darunter gleich die Elektroinstallation für Laptop-Anschlüsse verlegt – ein Detail, das den Saal auch für moderne Arbeitssitzungen tauglich macht. Bei der neuen Möblierung setzte der Kirchenrat bewusst auf zeitgemässe Formen, die sich dennoch harmonisch in die historische Architektur einfügen.
Damit ist der Saal bereit: als würdiger Rahmen für wichtige Geschäftsabschlüsse, als repräsentativer Ort für Sitzungen – und neu auch als Trauzimmer für standesamtliche Zeremonien.

Wer den Raum betritt, spürt sofort dessen Geschichte. Zusammen mit dem St. Urbanhof bildet der Murihof den markanten nordöstlichen Zugang zur Altstadt von Sursee – und gehört zu den lokalhistorisch, städtebaulich und bauhistorisch bedeutendsten Gebäuden der Stadt. Seine Wurzeln reichen bis ins Jahr 1256 zurück: Damals entstand das Haus mit bis zu zwei Meter dicken Mauern als Teil der Stadtbefestigung – fast wie eine kleine Festung. Grösse und Bauform lassen bis heute Rückschlüsse auf das Herrscherhaus Habsburg zu. Zwischen 1707 und 1710 erhielt das Gebäude seine barocke Umformung, und vermutlich entstand in dieser Zeit auch der heutige Barocksaal im dritten Stock.
Genutzt wurde das Gebäude über die Jahrhunderte für höchst unterschiedliche Zwecke: Von 1399 bis 1841 diente es dem Kloster Muri als Verwaltungs-, Wohn- und Gästehaus. So konnten die Gäste standesgemäss im Saal empfangen werden. «Es war ein Saal, der dem Prestige diente. Damit konnte man zeigen: Wir sind jemand», erzählt Bächler. Zeitweise diente der Murihof auch als Pfarrhaus, als das eigentliche Pfarrhaus dem amtierenden Stadtpfarrer zu klein vor kam, später als Sitz der Luzerner Landbank und dem Regierungsstadthalter. Nach Jahren, in denen der Saal kaum genutzt wurde, ist er nun bereit für ein neues Kapitel.
Sie möchten den Barocksaal mieten, dann schauen Sie hier.
Mehr lesen? Weitere Beiträge in Kirche und Gesellschaft.