Aufbrechen, verbinden, neugestalten
Rebekka Dahinden 21.01.2026
Barbara Togni startete neu als Koordinatorin in Sursee – und spricht über ihren persönlichen Aufbruch, Veränderungen und die Kraft des respektvollen Miteinanders.
Barbara Togni, du bist in einer ganz neuen Rolle in der Pfarrei Sursee unterwegs. Du hast eine Stelle angenommen, die es bisher nicht gab. Was hat dich motiviert, aufzubrechen in etwas Unbekanntes?
Was mich am meisten reizte, war, dass diese Stelle etwas ganz Neues ist. Dass man nicht in die Spuren von jemandem tritt – diese Spuren können ja auch sehr gross sein – und damit auch nicht verglichen werden kann. Mein vorheriger Job als Pfarreisekretärin war wunderbar. Ich sagte einmal in einem Interview, das sei der beste Job der Welt – einfach, weil er so vielseitig ist. Meine jetzige Aufgabe ist etwas völlig anderes, und das ist gut.
Für all diejenigen, welche diese Stelle als Koordinatorin noch nicht kennen: Was gehört zu deinen Aufgaben?
Die Stellenbeschreibung nannte meine Rolle das «Gesicht der Pfarrei». Das ist nun mein Orientierungspunkt: Ich möchte, dass die Menschen zu mir kommen, wenn sie mich brauchen. So bin ich mit den Vereinen, Gruppierungen wie dem Frauenbund oder der Liturgiegruppe unterwegs. Ich schaue, dass es allen gut geht und die Gruppierungen erhalten, was sie brauchen. Auch die Vernetzung untereinander gehört dazu.
Das Wort Aufbrechen klingt nach Bewegung, nach Neuem, aber auch nach Loslassen. Wo erlebst du in deiner Arbeit, dass in der Pfarrei etwas «aufbricht»?
Ein gutes Beispiel ist das gemeinsame Pfarreiblatt, mit dem wir in diesem Jahr starten. Es zeigt, dass das Bewusstsein wächst, dass man immer mehr zusammenarbeiten und für das grosse Ganze denken soll. Ich spüre hier in Sursee Veränderungen.
In einer Pfarrei gibt es Traditionen und viele Menschen mit Ideen. Wie gelingt es, den Aufbruch mit dem Weiterführen von Bewährtem zu verbinden?
Ich schaue zuerst hin, höre zu und möchte nicht primär alles neugestalten – und bin doch dazu bereit, wenn das die Leute wünschen. Die Basis-Tradition soll bleiben, und von da ausgehend packen wir die Veränderungen an.
Ich war überrascht, wie viel Hilfsbereitschaft und Engagement es vonseiten der Freiwilligen gibt.
Seit letztem Herbst bist du nun hier in Sursee. Gibt es etwas, das dich überrascht hat?
Ich war erfreut, wie man hier im Team miteinander umgeht: respektvoll, angenehm. So macht man es neuen Mitarbeitenden einfach, dass sie sich willkommen fühlen. Ebenso war ich überrascht, wie viel Hilfsbereitschaft und Engagement es vonseiten der Freiwilligen gibt. Ein gutes Beispiel dafür ist die Freitagssuppe.
Das Bewusstsein wächst, dass man mehr zusammenarbeiten und für das grosse Ganze denken soll.
Hast du einen Leitspruch, der dich bei deinen Neuanfängen begleitet?
Als ich mich entschied, diese Stelle anzunehmen, habe ich zwei Karten erhalten. Auf der einen war der Spruch: «Wer loslässt, hat die Hände frei.» Und auf der anderen stand geschrieben: «Wer immer das tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.»
Beide Sprüche haben mich ermutigt, diese neue Herausforderung anzutreten. Früher war ich mehr in der Administration, heute habe ich immer mit Menschen zu tun und darf mehr kommunizieren. Vieles hat sich für mich verändert. Es war ein guter Entscheid.
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